Konsum, Sachwerte oder Hobby?

Hallo Zusammen,

wofür gebt Ihr Euer Geld aus? Dieses Monat habe ich mir für mein Vorzimmer eine neue Sitzbank mit Schuhregal über Ebay gekauft. Das ist zwar langfristig gesehen ein gutes Investment, man wird ja doch älter und bequemer… 😉

Da ich generell sparsam lebe habe ich mir mit der Auswahl und der Entscheidung doch einige Tage Zeit genommen. Sogar eine Freundin habe ich zur Einrichtung meines Vorzimmers um Ratschlag gebeten. Generell kaufe ich sehr selten Möbel aber dann gerne qualitativ hochwertige – diese sollen zeitlos sein, mir persönlich gefallen und eben auch lange „funktionieren“. Leider hatten ich bei der Grünen Erde nichts passendes gefunden. Aktuell gibt es ja fast einen Hype zum Thema Nachhaltigkeit – so gesehen war und bin ich der Zeit voraus und lebe das bereits seit 30 Jahren.

Und die Auswahl für ein neues Einzelmöbel beim Online-Möbelhaus, Amazon, und Ebay lag die Preiskategorie von ca. 30 bis 300 Euro – mein Wunschstück mit den geeigneten Maßen lag dann doch im oberen Drittel, also um die 200.  Während ich also auf die Versandbestätigung und Lieferung warte entstand die Idee für diesen Beitrag. Auch weil ich mir jetzt Gedanken über ein 2019er Ziel mache, mir jährlich eine Goldmünze zu kaufen – und der aktuell gestiegene Goldkurs macht es mir nicht einfach.

Ich folge hier nicht dem Frugalismus der Medien – vielleicht sind es bei mir einfach nur die Gene der Großeltern und Eltern die sparsam lebten und noch leben. Oder eine Mischung aus persönlichem Hausverstand und beruflich gelernter kaufmännischer Vorsicht. Vielleicht weil ich jetzt noch immer so lebe wie in meiner Lehrzeit oder auf einer Berghütte – einfach eben. Auch wohl die Erinnerung schon mal in jungen Jahren am finanziellen Abgrund gestanden zu sein. Am wahrscheinlich ist es die Kombination von alldem.

Wofür gebt Ihr Euer Geld aus – das ist aber auch die entscheidende Frage für Eure Zukunft. Entscheidend ist nicht ein entweder / oder sondern die zufriedene und glückliche Mischung der Möglichkeiten. Das gilt für kleine Budgets genau so wie für ganz große! Über die ganz großen, und schlecht gelebten Beispiele wie Boris Becker liest man dann in den Medien. Kleine Fehler kann man kompensieren – aber lange Zeit über seinen Verhältnissen zu leben lässt sich schwer korrigieren!

Also ich mag bei den Finanzen keine extreme Lebensweise – weder bei den Sparern noch bei den Konsumenten! Die jungen Leute mit enormen Sparquoten werden später vielleicht feststellen in der Jugend Abenteuer oder Möglichkeiten verpasst zu haben. Und die Konsumfetischisten schaffen nicht mal einen Notgroschen oder etwas Sicherheit sich zur Seite zu legen. Beides falsch – sorry!

Die finanzielle Basis ist eine ehrliche und persönliche Bilanz seiner Ein- und Ausgaben. Das ist keine mathematische Wissenschaft – also für ein Kassabuch reicht die Grundschule und man sollte addieren und subtrahieren können 😉 Das Problem dabei liegt zuerst beim Start und dann mit Konsequenz und Ausdauer dies im Alltag zu integrieren. Wie halt Zähneputzen, oder Kaffee zum Frühstück notiere ich meine Finanzen – und ergreift Maßnahmen wenn es notwendig ist!

Um was geht es – die Summe der Einnahmen sind nun mal sehr individuell – Angestellter oder Selbstständiger, Investor, Pension oder Privatier –https://de.wikipedia.org/wiki/Privatier

Die Ausgaben für Konsumgüter sollten nun mal niedriger als die Einnahmen sein  – https://de.wikipedia.org/wiki/Konsumgut

Und diese Delta kann man investieren oder sparen.

Ersteres wären z.B.: Sachwerte wie Aktien, Immobilien, Grund & Boden (z.B. Äcker, Wald), Edelmetalle, Wertgegenstände. Oder man wird Besitzer von Geldwerten Zinspapieren ein Gläubiger oder Kreditgeber an Banken, Staaten, oder Unternehmungen.

Etwas differenzierter sehe ist es schon mit den o.g. Edelmetallen und Wertgegenständen? Anlagemünzen haben einen gewissen Spread zwischen Ankauf und Verkauf, also wie jede Sachanlage. Dient es einem Hobby ist es wohl eher ein Teil der persönlichen Sammelleidenschaft. Das ist nichts negatives, aber deutlich schwerer wieder zu verkaufen, man muss einen Interessenten und Käufer finden und möglicherweise hat man beim Kauf Mehrwertsteuer bezahlt die beim Verkauf „verloren“ geht.

Selbstverständlich haben gesammelte Objekte einen Wert – ein Oldtimer, Bilder, Schmuck, Uhren, Briefmarken, Kameras etc. – manche gewinnen an Wert aber ich sehe es deutlich riskanter als herkömmliche Investments und man sollte dies unterscheiden.

Also meine neue Sitzbank mit Schuhregal ist zwar schön – aber doch nun mal ein Konsum- und Verbrauchsgut 😉 Meine Käufe von Aktien-, ETFs und Fonds erhöhten heuer meine Sachwerte und somit mein Wertpapierdepot. Die nächsten Goldmünzen zählen auch dazu obwohl das vielleicht schon etwas mit Sammeln zu tun hat. Meine nächsten Bergsocken stehen kurzfristig einen Wert dar – muss es aber wohl nach der ersten Wanderung meinem Hobby zuordnen, da nur mehr schwer verkäuflich 😉

Alle persönlichen Ausgaben stellen also einen Wert dar – aber neben der finanziellen Bilanz sollte man auch die emotionale Zufriedenheit berücksichtigen! Findet man hier die richtige und positive Balance ist das Thema Geld zwar wichtig – aber auch nur Teil des persönlichen und komplexen Umfelds.

Viel Erfolg, einen schönen August ☀️ und liebe Grüße

Bergfahrten

 

 

 

 

 

 

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6 Kommentare zu „Konsum, Sachwerte oder Hobby?

  1. Hallo Christian,

    mal wieder ein schöner Beitrag, mit interessanten Fragen und Gedankengängen.

    Ich bin in mich gegangen. Ein Haushaltsbuch führe ich auch. Deshalb kann ich da relativ leicht Aussagen zu meinen Ausgaben machen. Hier ein paar Anmerkungen.

    Meine Ausgaben bestehen hauptsächlich aus
    – Wohnen (zur Miete)
    – Essen
    – Auto
    – Urlaub
    In dieser Reihenfolge. Wohnen nimmt den größten Anteil an, ist wohl gerade überall so, nicht nur in Deutschland.
    Einen Notgroschen habe ich mir schon lange zur Seite gelegt, obwohl ich Angestellter bin und Anspruch auf Arbeitslosengeld hätte.

    Ich würde sagen, dass ich früher Konsumfetischist war. Was aber schon ein paar Jährchen hinter mir liegt. Ich führe das zurück, dass ich eher aus ärmlichen Verhältnissen komme und dann das verdiente Geld „genießen“ wollte.
    Früher habe ich viel Elektronik-Schnickschnack gekauft. Da hat mir seltsamerweise Apple drüber weggeholfen. Die Produkte scheinen nachhaltiger zu sein.
    Bei den Klamotten habe ich beschlossen, den Schrank auszumisten und alles vorhandene erstmal abzutragen.
    Meine Ansprüche habe ich zurückgeschraubt. Für was ich noch gerne Geld ausgebe, ist Essen und Urlaub, wobei ich aber bodenständig bleibe.

    Ich könnte noch seitenweise weiter schreiben, will ich aber dir und den Mitlesern ersparen 😉.

    Mein größtes Ziel sind jetzt meine Geldanlagen auf Vordermann zu bringen, um mir mehr Unabhängigkeit zu verschaffen und die Rentenlücke zu schließen. Leider wird einem das vom Gesetzgeber nicht leichter gemacht. Eine große Inspiration ist für mich dabei dein Blog. Mach weiter so.

    Dir auch noch eine schöne Zeit und viel Erfolg bei der Geldanlage
    Paul

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  2. Hallo Paul,
    Danke für deinen Kommentar und deinen Status! Toll dass du den „Elektronik-Schnickschnack“ schon mal hinter dir und auch einen Notgroschen zugelegt hast!
    Mit bodenständigem Essen und Urlaub stimme ich dir auch zu 100% zu – die Dinge die einem wichtig sind sollte man auch leben und genießen!
    Es freut mich dass du auch deine Geldanlage verbessern willst.
    Wie du schreibst ist die Miete der wesentliche Posten – ich frage mal provokant: möchtest du bis zum Ende deines Lebens Miete bezahlen? Auf jeden Fall wäre es eine Option wenn du Zeit hast mal darüber nachzudenken? Wenn du einen Job hast der dir gut passt und absehbar stabil ist dann kann man eigentlich statt der Miete einen Kredit auf eine Eigentumswohnung zurückzahlen?
    Persönlich hat mir das finanziell sehr geholfen nur 3 Jahre in einer WG die Miete zu teilen. Danach habe ich mir eine Eigentumswohnung für den Eigenbedarf gekauft. Wenn man mobil bleiben möchte oder muss dann ist das vielleicht der falsche Weg oder Zeitpunkt?

    Viel Erfolg und einen schönen Sommer ☀️
    Christian / Bergfahrten

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  3. Über solche Themen mache ich mir auch öfters Gedanken.

    Ich versuche auch möglichst wenig Konsumgüter zu kaufen und wenn dann welche die auch entsprechend nachhaltig sind sprich wertig und lange halten.

    Goldmünzen Oder Gold habe ich keine das würde ich fast schon eher als sammeln oder Liebhaberei bezeichnen. Das ist ja keine Anlage von dem irgendeiner Art und Weise einen Mehrwert schafft in Zukunft sondern allein spekulativ funktioniert

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  4. Hallo Christian,

    der Kauf einer Wohnung ist mir auch schon durch den Kopf gegangen. Allerdings sind die Preise zur Zeit horrend, sowohl für neue als auch gebrauchte Wohnungen. Ich hoffe, dass sich das mal wieder normalisiert, damit ich zuschlagen kann.

    Hallo thee0815,

    Gold würde ich nicht als Spekulationsobjekt sehen, eher als Wertaufbewahrung. Schau mal, welche Währungen es gibt, die schon älter sind. Nicht viele. Und wieviel diese Währungen heute noch wert sind.

    Viele Grüße
    Paul

    Gefällt 1 Person

  5. Hallo tbee0815,

    ja, ich glaube der Kostolany hat mal gesagt – besser ist es 1h über Geld nachdenken als immer zu arbeiten. Das macht schon gelegentlich Sinn 😉
    Bei den Konsumgüter sehe ich es zu 100% auch so – lieber selten, wenige und hochwertige Produkte als viel Plunder ansammeln!

    Die persönliche Meinung zu Gold ist oft sehr unterschiedlich. Für mich ist es nicht zum spekulieren sondern quasi eine Sparform und als zweiter Notgroschen und Alternative zum Cash. Wobei ich auch erst seit 2 Jahren mich dafür interessiere und mir ein max. Limit von 5% Gewichtung gesetzt habe. Das mit sammeln kann man schon so sehen, aber auch das kann einen positiv antreiben.
    Viele Grüße
    Bergfahrten

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  6. Hallo Paul,
    das mit Market Timing ist immer schwierig – aber ok und gut wenn du für diese Option mit der eigenen Immobilie flexibel und offen bleibst!
    Viele Grüße
    Christian

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