Liquidität ist die Basis meiner Finanzen für spätere Investments

Hallo Zusammen,

diesmal habe ich mir bereits im Titel schwer getan und er ist natürlich nicht umfassend beschrieben. Ich habe das Thema Liquidität genommen weil es für mich nach diesem Text hoffentlich klarer definiert ist. Wenn der eine oder andere Leser darin einen interessanten Gedanken findet ist es sinnvoll es in meinem Blog zu veröffentlichen.

Generell war für mich die Liquidität ursprünglich „nur“ die schwankenden EUROs auf den Verrechnungskonten der Wertpapierdepots. Daher habe ich auch keinen Zielwert für diesen Betrag. Die Dividenden wandern oft auf die Verrechnungskonten und dann monatlich, manchmal auch öfters auf mein Girokonto. Dort wurde selten bis gar nicht gespart.

2018 kamen dann aber zwei Konten zur Liquidität dazu. Einmal eine simples „Sparschwein“ wo ich etwas Geld spare um für den jährlichen Kauf des Wiener Philharmonikers das planen zu können. Und weiters ein Bausparvertrag der eben noch bis 2024 laufen wird – und dann hoffentlich auch 1:1 in neue Aktien-, ETFs oder andere Investments wandern soll.

Somit ist das Thema Liquidität – getrennt von einem Notgroschen und dem Girokonto – ein Teil meiner Investmentstrategie auf Basis der Anlageklassen.

AnlageklasseDepotZielAbw.Start
Aktie404.538,1073,5 %75,0 %-1,5 %1995
Anleihe44.230,228,0 %10,0 %-2,0 %2013
Crowd75.887,5913,8 %10,0 %3,8 %2016
Rohstoffe19.813,773,6 %5,0 %-1,4 %2018
Liquidität5.942,131,1 %0,0 %1,1 %1980
Wertpapiere550.411,81100,0 %100,0 %

Wäre es aber nicht sinnvoll einen Liquiditätspolster für „Chancen“ im Aktienmarkt zu haben? Eigentlich sehe ich mich als Investor weil meine Investments zumeist langfristig behalte. Natürlich versucht man „günstig“ zu kaufen, wenn aber die Liquidität nahezu bei „Null“ ist bedeutet es fast immer zu 100% investiert zu sein.

Persönlich halte ich nichts von Market Timing. Wenn ich bei anderen Depots von hohen Liquiditätssummen lese frage ich mich – passt das? Warren Buffett sitzt seit vielen Jahren auf großen Summen um auf den richtigen Zeitpunkt zu nutzen. In letzter Zeit hat er eben Apple und vor kurzem einige Japanische Aktien gekauft. Er sitzt also langfristig auf Liquidität – könnte ich mir das leisten?

Es ist eigentlich nur eine Frage der ersten Schritte und auch dann der Ausdauer bei der Umsetzung. Meine Position Rohstoffe sind im wesentlichen langfristig geplante Goldmünzen die keine Rendite bringen. Da ich persönlich diesen „Polster“ als Sicherheit und Diversifikation sehe mache ich es.

So schaut die Liquidität aktuell im Detail, d.h. pro Position aus…

ISINStückNameAnteilWertDepot
DEPOT1-44VERRECHNUNGSKONTEN0,28 %1.535,27Liquidität
AT BAUSPARENBAUSPAREN 2018-20240,61 %3.339,00Liquidität
AT SPARBOX EURINVESTING BOX EUR0,15 %800,00Liquidität
1,03 %5.674,27

Wenn ich 5% in Gold investiere wäre es sicher auch möglich 5% in Liquidität zu planen. Der Bausparvertrag trägt ja schon mit 100 EUR monatlich dazu bei. Aber die Verrechnungskonten sehe ich als Dividendensammler für meine Lebenserhaltungskosten – für Liquidität sammeln ist nicht geeignet.

Die P2P Anlagen sind mir zu riskant und das ist und bleibt eine Nische für mich. Darin werde ich demnächst nichts anlegen.

Das einfachste wäre ein extra Sparbuch – aber das passt nicht zu meinem Mindset. Auf Sparbücher ist bei mir der Notgroschen oder Reserven für das Finanzamt – keine Liquidität als Anlageklasse und Teil meiner Investments.

Betreffend Sparbuch in der österreichischen Vergangenheit, und auch der aktuellen Notwendigkeit habe ich einen guten Beitrag gelesen…

Für die Liquidität wären aber für mich am besten Wertpapiere mit sehr geringem Risiko geeignet. Es ist eine Depotposition die auch Diversifikation bringt. Diese wird monatlich ausgewertet und ich sehe auch eine längerfristige Anlage und sinnvolle Sparform darin. Staatsanleihen von sicheren Staaten würde für mich somit als Liquidität passen.

In der Anlageklasse Anleihen liegen aktuell eher riskantere Positionen – also Einzelanleihen und ein ETF für Emerging Markets.

Ich hatte in der Vergangenheit bereits im Depot bei meiner Hausbank US $ Staatsanleihen, sogenannte Treasury Bonds in Form eines ETF. Diese habe ich dann verkauft weil ich quartalsweise Depotspesen dafür zahlen musste und die Rendite als Anleihe zu gering erschienen war.

Anleihe des US-Finanzministeriums

Aus dem Englischen übersetzt: US-Schatzanweisungen sind Staatsanleihen, die vom US-Finanzministerium ausgegeben werden, um Staatsausgaben als Alternative zur Besteuerung zu finanzieren.

https://de.wikipedia.org/wiki/Finanzministerium_der_Vereinigten_Staaten

Natürlich gibt es das auch ETFs in EURO womit Währungsschwankungen entfallen würden. Aber leider geben aktuell nur Länder wie Spanien, Italien oder Portugal positive Zinsen die zumindest die Kauf- und Verkaufskosten mittelfristig decken würden.

Hier könnte man natürlich trefflich streiten ob US $ oder EURO Staatsanleihen besser oder welche sicherer wäre 😉

Bei meinen Aktien habe ich ein Schwergewicht in Europa, alle Bank- und Depotkonten sind bei mir in EURO und aktuell bringen die US Staatsanleihen mit AAA Rating doch etwas Rendite. Von der Spesen mit 0,07% bietet sich wieder Vanguard an. Diese hatte ich eben schon in der Vergangenheit und schreibt monatlich die Auszahlungen gut.

ISIN: IE00BZ163M45 / Vanguard USD Treasury Bond UCITS ETF (USD) Distributing

https://www.justetf.com/de/etf-profile.html?isin=IE00BZ163M45#overview

Als ETF passt es in mein Portfolio bei Flatex. Daher habe ich den ersten Kauf-Auftrag eingestellt.

Danach ist es die 4. Position für Liquidität und ich werde mir für diese mit 5% Ziel festlegen. Damit reduziere ich die Einzelaktien von 75% auf 70%.

AnlageklasseDepotZielAbw.Start
Aktie404.538,1073,5 %70,0 %3,5 %1995
Anleihe44.230,228,0 %10,0 %-2,0 %2013
Crowd75.887,5913,8 %10,0 %3,8 %2016
Rohstoffe19.813,773,6 %5,0 %-1,4 %2018
Liquidität5.942,131,1 %5,0 %-3,9 %1980
Wertpapiere550.411,81100,0 %100,0 %

Fazit: Ein Liquiditätspuffer von 5% erscheint mir genau so sinnvoll wie einer für Rohstoffe / Gold. Da ich heuer und im Folgejahr 2021 meine Investments und Einnahmen konsolidieren möchte macht es auch Sinn. Dazu ist diese US $ Staatsanleihe für mich als längerfristige Position passender als Cash unter dem Kopfpolster 😉

Einen schönen Sonntag und an die hiesigen österreichischen Leser einen sonnigen Feiertag ☀️

Viele Grüße

Bergfahrten

12 Kommentare zu „Liquidität ist die Basis meiner Finanzen für spätere Investments

  1. Grüß dich Christian! Spannendes Thema, das viele von uns kennen 🙂 Mir fehlt leider das Durchhaltevermögen (nicht wie Warren Buffet) um über einen langen Zeitraum eine wirkliche Liquiditätsreserve für Zukäufe aufrecht zu erhalten. Dafür kaufe ich leider zu gerne Aktien 😀 Mein aktueller Mittelweg sieht so aus: Mein Notgroschenkonto wird monatlich von meinem Gehalt per Dauerauftrag aufgestockt und alles was „über“ dem gesetzten Minimum liegt steht „im Notfall“ für Aktienkäufe zur Verfügung. Deine Methode mit Staatsanleihen ist natürlich eine super Alternative, weil dann das Geld nicht (so schnell) entwertet wird. Ich selbst würde glaube ich (wenn es um höhere Summen geht) nicht NUR auf US Bonds setzen. Als sicheren Puffer habe ich parallel ein Depot nach der Allwetter-Strategie von Ray Dalio, also mit Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, Aktien, Rohstoffen und Immobilien als ETF. Die großen Gewinne macht man damit zwar nicht, aber dafür sind alle Werte bei mir im Plus. Mit deiner Depot Aufteilung hast du das ja dann so ähnlich abgebildet 🙂 Grüße Nils

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  2. Hallo Nils,

    Danke für das Feedback! Genau das ist auch mein Problem seit ich investiere – ich habe immer sehr viele Investmentideen und somit kommt nie Liquidität zusammen. Der Bausparvertrag war für mich nun eine Möglichkeit das aufzubauen. Deswegen habe ich mir eben nun 5% als Ziel gesetzt. Diese Konsequenz von Warren Buffett auf die Chance zu warten passt nicht zu meiner Persönlichkeit 😉

    Ich denke mal dass die USA als Schuldner zumindest so sicher sind wie eine Bank. Und ob ich nun die US $ Staatsanleihe in die Anlageklasse „Anleihen“ oder „Liquidität“ packe bleibt jedem selbst belassen. Ich versuche hier das Risiko in Liquidität möglichst bei „fast 0“ zu belassen und in den Anleihen sind doch z.B. Emerging Markets oder Einzelunternehmen verpackt.

    Ok, Ray Dalio packt da die Anlageklassen zusammen was sinnvoll ist und für sich auch selbst definiert und auch somit Investments steuert.

    Viel Erfolg weiterhin, Schönen Sonntag und liebe Grüße
    Christian

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  3. Hallo Christian,
    ich bin noch ziemlich am Anfang meines Wegs als Investor. Deshalb habe ich meine Asset Klassen noch nicht so detailliert verteilt.
    Was ich zum Thema Liquidität gemacht habe, ist ein eigenes Konto incl. Depot, auf das ich das Geld für Wiederbeschaffungsinvestitionen packe. Dazu gibt es einen Plan was in den nächsten Jahren kommen wird. Teile dieser Liquiditätsreserven habe ich auch in sichere Anleihen investiert. Mein Liquiditätsanteil liegt im Moment allerdings bei ca. 35%.
    Alles was nun am Ende des Monats auf dem Giro Konto übrig bleibt, wandert auf die Verrechnungskonten für etwaige Investitionen.
    Grüße Jo

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  4. Moin Christian,

    beim Thema Liquidität scheiden sich wirklich die Geister. Zumindest gewinne ich diesen Eindruck jedes Mal, wenn ich hierüber die Diskussionen in den Sozialen Medien – insbesondere bei Twitter – mitverfolge.

    Ich bin im Übrigen ein sehr großer Fan von Liquidität – unabhängig vom Notgroschen. Denn ich fühle mich geradezu unwohl, wenn fast mein gesamtes Kapital in Aktien gebunden ist und ich damit keine Chance hätte, in einem etwaigen Crash – wie im März dieses Jahres – in größerem Umfang zuzuschlagen.

    Ob das immer der renditeträchtigste Weg ist, weiß ich nicht. Aber ich hatte seit dem letzten großen Crash 2008/2009 (damals hatte ich mein gesamtes Vermögen zu Tiefstständen in ein breit diversifiziertes ETF-Portfolio investiert) kontinuierlich ein Cash-Polster aufgebaut, das bis Anfang 2020 im sechsstelligen Bereich angekommen war und im März nun endlich gewinnbringend eingesetzt werden konnte.

    Wie ich das Thema Liquidität von nun an angehen werde, weiß ich aber noch nicht. Wahrscheinlich werde ich wieder einen Teil meiner mir monatlich zur Verfügung stehenden Mittel auf die Seite legen und den nächsten Crash abwarten – auch wenn dieser wieder erst 10 Jahre später kommt.

    Davon abgesehen plane ich aber, einen größeren Teil meines Geldes stetiger als bisher zum Arbeiten zu bringen. Neben Sparplänen ziehe ich dafür auch regelmäßige Einzelkäufe in dividendenstarke Einzeltitel in Betracht.

    Letztlich muss wie immer jeder für sich den besten Weg finden. Wichtig ist ja vor allem, dass man sich selbst mit seiner eigenen Anlagestrategie wohl fühlt und nachts ruhig schlafen kann 🙂

    Lieben Gruß
    David

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  5. Hallo Jo,

    Glückwunsch dass du den ersten Schritt für Investments schon gemacht hast!

    Deine Liquidität am Konto inclusive Depot ist auch die gute, weil transparente Wahl! Bevor du am Ende des Monats das Geld zum investieren nimmst solltest du noch überlegen ob du es nicht mittelfristig brauchst. Ich bin da ein Fan von Notgroschen – egal wie hoch der persönlich dann sein soll. Mit 35% Liquidität kannst du ja notfalls auch noch zurückgreifen!

    Viel Erfolg und Alles Gute
    Christian / Bergfahrten

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  6. Hi David,

    die Diskussionen darüber ist wie z.B. Gold oder Bitcoins. Diese liegen ja einfach nur an der persönlichen Strategie und Persönlichkeit. Wenn ich zuviel Liquidität hätte würde ich permanent den feinen Investments in steigende Aktien nachweinen. Du haltest eben lieber die Liquidität um dann noch billiger zukaufen zu können.

    Das sehe ich genauso – die Liquidität muss flexibel sein. Der Notgroschen hingegen sollte fix für die persönlichen Probleme in Cash bereit liegen. Blöd wenn das Auto und die Waschmaschine an einem Tag kaputt werden und dir vor Schreck noch ein Zahn ausbricht 😉

    Betreffend Strategie hast du recht – jeder muss seinen Weg finden! Ich halte eben wenig von Market Timing – ich habe es probiert und oft Chancen verpasst dass ein z.B. Siemens Kaufkurs 80 EUR sein muss um nachzukaufen. Einmal war er ein paar Cent davor – ist umgedreht und bis über 125 hoch gelaufen. Und von Sparplänen kann ich mich auch nicht ganz trennen. Es spornt mich auch monatlich an die benötigten EURO’s für diese flüssig zu bekommen.

    Mittlerweile sind mir wohl jetzt trotzdem lieber ich habe 100 Nestlé Aktien fix im Depot als zu warten jemals welche super günstig kaufen zu können 😉 Die Inflation reduziert nun mal das Cash je länger es ohne Investment liegen bleibt.

    Liebe Grüße und viel Erfolg weiterhin!
    Christian

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  7. Laut wissenschaftlichen Studien (Kommer) ist es am besten immer alles investiert zu haben. Wir reden hier nicht vom Notgroschen oder Haushaltsgeld sondern von dem Cash dass man investieren will. Aber bei deinem derzeitigen Cashanteil würde ich mir keine Sorgen machen. OB du jetzt 0 oder 5% Cashanteil hast verändert dir kaum die laufende Gesamtrendite noch helfen sie dir in einem Crash die Gesamtperforemance maßgeblich zu steigern.

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  8. Hallo Joachim,

    ja, das habe ich mal gelesen dass der Kommer auch nichts von Market Timing hält – daher stimme ich ihm zu. Im Gegenzug zu Warren Buffett der die Liquidität für die Chancen hortet.
    Bei mir geht es auch eher mit den 5% Liquidität einen Start für diese Position in der Anlageklasse zu beginnen. Da ich von den Dividenden lebe ist es sowieso unmöglich 1/4 oder 1/3 in Liquidität zu parken – weil es fast keine Auszahlungen bringt.
    Also es ist für mich ein Startschuss etwas aufzubauen um nicht jedesmal bei einem Neukauf eine Aktie verkaufen zu müssen. Am flexibelsten wäre natürlich das Verrechnungskonto – aber dort fällt es mir schwer es längerfristig liegen zu lassen.
    Wie oft im Leben – es ist grau und ein Kompromiss 😉

    Viele Grüße
    Christian / Bergfahrten

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  9. Hallo Christian,

    ich vermute, dass eine Cashreserve für günstige Kaufgelgenheiten sinnvoll wäre. Tatsächlich mache ich das aber nicht. Ich rede mir ein, dass die Opportunitätskosten einfach zu hoch sind, wenn das Geld einfach nur da liegt und nicht für mich arbeitet. Lieber investiere ich regelmäßig in Dividendenaktien, sodass diese mir bereits Ausschüttungen liefern, während andere mit ihrem Cashbestand noch auf die tolle nächste Gelegenheit warten.

    Viele Grüße
    Mike

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  10. Hallo Mike,

    ich rede mir ein, dass nur in der Anspar-Phase der Druck da ist das Depot „rasch“ zu erhöhen. Egal ob mit Sparplänen oder monatlichen Einzelkäufen. Trotzdem ticke ich auch noch so – besser investieren bevor mir doch ein „fraglich notwendiger“ Konsum wichtiger erscheint.

    Vielleicht ist dieser US $ Treasury nur meine Täuschung – das Geld liegt in dem ETF als Investment und ich kann es trotzdem als Liquidität bewerten weil das Risiko, und natürlich auch die Rendite gering ist.

    Mal schauen ob ich das längerfristig checke. Im Zweifelsfall ist investieren besser als den steigenden Kursen zu zusehen und das Geld verliert einstweilen an Kaufwert.

    Weiter Erfolg für deine Investments und viele Grüße
    Christian / Bergfahrten

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