2020 dürfen viele in meine Dividendenstrategie spucken

Hallo Zusammen,

vor ein paar Beiträgen habe ich bereits drei Risiken für das heurige Jahr aufgezählt.

Meine 3 finanziellen Risiken die ich in der aktuellen Krise fand

Dabei ging es um zwei persönliche Fehler die ich korrigieren kann und als letztes die generelle Reduktion von Dividenden. Und das wird nun doch ein komplexeres Thema.

Ich plante es bisher so, wenn ein Unternehmen entscheidet die Dividenden zu reduzieren oder ausfallen zu lassen ist es ein üblicher Prozess das ich für einige Positionen als Risiko mit kalkuliere.

Beispiele waren letztes Jahr eine General Electric oder Kraft-Heinz. Heuer sind es nun z.B. aus Deutschland eine ThyssenKrupp die heuer keine Dividende zahlte oder Daimler die stark gekürzt ausfallen wird.

In den letzten Tagen haben sich aber zwei weitere „Player“ zu dem Thema wichtig gemacht – und mit diesen habe ich bisher nicht gerechnet.

Ersten hat die EZB die Banken darauf hingewiesen keine Aktien zu kaufen und ebenfalls keine Dividenden zu bezahlen. Nun könnte man ja sagen, es obliegt wohl den Banken wie Sie Ihre Finanzen steuern. Tatsache ist aber, keine Bank wird einen „Hinweis“ der EZB ignorieren um dann auch weiterhin Finanzhilfen beziehen zu können.

Fix sind nun bereits bei drei Banken – die ING Group, HSBC und Banco Santander folgen der EZB:

https://www.mydividends.de/news/ing-setzt-dividendenzahlung-aus/

https://www.mydividends.de/news/hsbc-setzt-die-dividende-aus/

https://www.santander.com/en/shareholders-and-investors/santander-share/dividends

Wieviel Einnahmen ergaben diese drei Depotpositionen in den Vorjahren, und fehlen heuer:

Name 2018 2019
ING GROEP 242,87 246,51
HSBC HOLDING 309,54 330,84
BANCO SANTANDER 227,90 317,27
780,31 894,62

Also diese Branche wird mir massiv die Dividende-Suppe versalzen!

Die etwaigen Verzögerungen durch das Corona-Virus sehe ich nur mal als eine terminliche Verschiebung – die Einnahmen kommen, ändern aber nicht die Volumen 🙏

Neben der EZB mischen nun leider mittlerweile auch lokale Politiker mit. In Österreich hat einmal der Vize-Kanzler diese beiden Punkte in Verbindung von finanziellen Unterstützungen abhängig gemacht. Auch hier werden die börsennotierte Unternehmen wohl diesem „Angebot“ folge leisten.

https://www.vienna.at/dividenden-und-staatshilfe-kogler-kuendigte-einschraenkungen-an/6575427

Der Chef der Wiener Börse findet das zwar keine gute Idee, die Wahrscheinlichkeit dass die Politik es umsetzt ist aber wohl sehr wahrscheinlich. Die geringe Anzahl an Aktionäre sind nicht allzu viele Wählerstimmen die man damit vergrämt.

https://www.wienerborse.at/news/wiener-boerse-news/diese-staatsintervention-verheisst-nichts-gutes/

Ob dieser „österreichische“ Weg für andere Länder als Beispiel dient – für einige europäische Länder könnte es wohl passieren 🥴

Fakt ist, dass ich mich einmal schon mental auf deutlichere Dividendenreduktionen einstellen muss! Selbstverständlich wird sich das direkt in den Aktien und etwas verspätet in Dividenden-Fonds oder ETFs negativ auswirken.

Generell bin ich ja positiv dass die Corona-Krise kurz- bis mittelfristig kein Thema mehr für uns ist. Aber gestrichene Dividenden gelten zumindest dann 1 Jahr. Vor allem, es werden ja nun Dividenden für 2019 gestrichen und in 2020 kommen dann die wirtschaftlichen Auswirkungen. Also wird man nicht zum Status Quo in 2021 wieder zurück kehren.

Wenn die Einnahmen für Dividenden längerfristig leiden werde ich aber ab nächstem Jahr wohl schon wieder einigen Aktien mit Gewinn verkaufen können. Also die Welt geht  für mein Projekt der finanziellen Unabhängigkeit nicht unter. Aber die Turbulenzen werden mich wesentlich länger begleiten als die Corona Krise und die wirtschaftlichen Verwerfungen sich bemerkbar machen.

Fakt ist, Manager haben für die nächsten 1-2 Jahre Narrenfreiheit – egal welche Fehlentscheidung getroffen wird, die Begründung für den Misserfolg ist einfach Corona. Auch das muss man berücksichtigen.

Es ist also am wichtigsten weiter gesund zu bleiben um im zweiten Schritt die Investments flexibel durch die Stromschnellen zu steuern. Mit einer Bergtour würde ich das wohl mit einem nebeligen Zustieg nennen.

grayscale photo of a mountain covered with snow
Photo by Balamurugan Anbazhagan on Pexels.com

Oder wie es einer meiner früheren Chefs sagen würde: Wenn das Thema zu einfach wäre würde es sicher schon ein Computer erledigen können 😉

Trotz dieser etwas trüben Aussichten habe ich eine Neue Depotposition mit der Münchner Rückversicherung begonnen. Aber das ist wirklich nur eine 1. Position zur Erinnerung dort Aktien nachzukaufen – wenn es sinnvoll ist.

Uhrze Valutadatum Produkt ISIN Beschreibung Änderung
14:27 03-04-2020 MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N DE0008430026 Transaktionsgebühr EUR

-2,00

14:27 03-04-2020 MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N DE0008430026 Transaktionsgebühr EUR

-0,05

14:27 03-04-2020 MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N DE0008430026 Kauf 1 zu je 171 EUR (DE0008430026) EUR

-171,00

Ich wünsche Euch Gesundheit und einen erfolgreichen Start in das 2. Quartal 2020 ☀️

Viele Grüße

Bergfahrten

8 Kommentare zu „2020 dürfen viele in meine Dividendenstrategie spucken

  1. Gut geschrieben. Ich glaube aktuell lernen wir alle dazu und müssen es als Gelegenheit sehen etwas im Depot aufzuräumen. Bei mir war es auch Daimler und General Electric. Ich hoffe deine Sanierungsmaßnahme am Gebäude fällt deswegen nicht aus 😉 Nils

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo, ich finde deinen Beitrag sehr gut geschrieben und du sprichst meine Bedenken aus.

    Wir werden noch länger die Auswirkungen zu spüren bekommen als uns wohl ist und Corona dient als super Ausrede.

    Schauen wir mal was die Zeit uns bringt.

    Gruß Stefan von

    Familien Finanzen im Griff

    Gefällt 1 Person

  3. Hallo Nils,

    ja, man lernt sicher nie aus 😉

    Meine Konsequenz ist eher nicht jetzt das Depot aufzuräumen, aber da muss jeder seinen Weg finden. Ich denke, dass ich auch in der Aufbauphase eher eine Position Cash oder Liquidität hätte sparen sollen. Besser wäre es gewesen 1/3 in Aktien, 1/3 in ETFs oder Fonds und 1/3 in Cash aufzubauen.

    Mein Dachtausch am Gebäude und Dividendenkürzungen treffen natürlich jetzt ungünstig zusammen – da muss ich noch die Balance und Lösung finden.

    Gesundheit und viel Erfolg weiterhin wünsche ich dir und liebe Grüße 😊
    Christian

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  4. Hallo Stefan,

    es sind Bedenken und ich wollte mir das auch dokumentieren. Im Endeffekt ist es besser jetzt die Situation zu erkennen und damit umzugehen als 1-2 Jahre bei jeder schlechten Nachricht sich zu ärgern. Wie auch immer – jetzt ist für mich der falsche Zeitpunkt um euphorische Pläne oder Ziele zu setzen. D.h. meine finanzielle Unabhängigkeit geht weiter, aber ich muss eventuell improvisieren und finanzielle Lücken schließen.

    Wie geschrieben glaube ich dass sich die Börsenkurse schneller als die Firmen erholen werden – dort wird auch die Zukunft gehandelt. Wie du sagst, schauen wir was die Zeit bringt – ich bin jedenfalls schon mal auf den Jahresabschluss 2020 neugierig 😉

    Viele Grüße an die Familie und bleibt gesund 👍
    Christian / Bergfahrten

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  5. Hallo,

    guter Beitrag, vielen Dank. Vor allem der Punkt, dass Manager in der näheren Zukunft erstmal Narrenfreiheit haben, ist leider sehr war. Passenderweise haben wir auch gerade einen Artikel zum Thema Dividendenstrategie verfasst:

    https://www.allesumsgeld.de/dividendenstrategie/

    Das ist die Zusammenfassung für Einsteiger, die aber jetzt wohl erstmal daran denken sollten, dass Dividenden, die in den letzten Jahren gezahlt wurden, noch lange keine Garantie für das laufende Geschäftsjahr sind. Jetzt geht es also wohl erstmal darum, in den nächsten Monaten Aktien mit möglichst günstigen Kaufkursen zu finden. Und am Ende dieses Jahres schauen wir uns die Auswirkungen von Coronakrise, Ölpreiskampf und anderen Dingen dann mal ganz in Ruhe an.

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  6. Hallo Daniel,

    deine Zusammenstellung mit den 5 Punkten ist sehr gut! Das spannende ist ja, dass kein Unternehmen ein „Mascherl“ growth oder value trägt. Und im eigenen Portfolio ist es auch so – also versucht man den persönlichen Mix zu finden. Ich denke dass man heuer viele gute Unternehmen zu fairen Preisen bekommt. Und die Welt geht nicht unter – wenn man nach Asien schaut ist die Sonne schon wieder beim aufsteigen ☀️
    Unternehmenstechnisch war 2019 ein tolles Jahr – nun kommt mit 2020 sicher ein schlechtes. Wie du hier schreibst, zu Silvester werden wir es abschließen und positiv in 2021 gehen, davon bin ich überzeugt.

    Viele Grüße
    Christian / Bergfahrten

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  7. Hallo, hast du dir deinen Artikel vor Veröffentlichung durchgelesen? Es wimmelt nämlich vor Fehlern. Ich muss auch leider viele Dividendenkürzungen verkraften. Aber dafür kann ich günstiger einkaufen, dass wird sich in ein paar jahren auszahlen, dass wir standhaft geblieben sind.

    Gefällt 1 Person

  8. Hallo,

    Danke für den Hinweis. Nein, meinen Blog veröffentliche ich immer spontan. Habe aber kein Problem, Du darfst dir die gefunden Fehler natürlich behalten. Die kosten genau soviel wie der Inhalt.

    Hoffe du verkraftest die Dividendenkürzungen und weiter viel Spass beim einkaufen. Standhaftigkeit für Investments macht nur Sinn wenn man in die besten Unternehmen investiert hat und noch ausreichend lange leben wird.

    Gesundheit und Grüße
    Bergfahrten

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