Morningstar Style Box für Angriff, Mittelfeld und Verteidigung überarbeitet 🤔

Im Mai 2020, also am Tiefpunkt der Börsenkrise habe ich mein Aktieportfolio erstmals nach dem Morningstar Anlagestil analysiert. Damals lag mein Fokus auf die Größe (Large – Mid – Small) um mein Portfolio zu analysieren. Die Erkenntnis vor mehr als einem Jahr war dass ich eben hauptsächlich in Large Unternehmen investiert bin.

https://bergfahrten.com/2020/05/25/meine-aktien-erstmals-nach-der-morningstar-style-box-bewertet/

Das liegt sicher an der Persönlichkeit dass ich mein Portfolio im wesentlichen aus den großen Blue Chips aufgebaut habe. In der Vergangenheit habe ich mich auch stark an die großen Index wie EURO Stoxx 50, Dow Jones 30 oder lokaler am DAX orientiert. Das sind auch die Unternehmen die „man“ kennt.

Heute wurde ich bei Twitter aber auf ein weiteres Thema, die Verteidigung aufmerksam gemacht.

Ich hatte das schon mal bei Bodo Schäfer gelesen. Der Fussballtrainer ist der Investor und er benötigt für sein Team (das Portfolio) alle Spieler. Das sind eben Angreifer für Offensive, Mittelfeldspieler, Verteidiger für die Defensive und natürlich einen verläßlichen Tormann.

Eine Möglichkeit wäre gewesen jedem Unternehmen ein persönliches „Mascherl“ zu verpassen. Nach kurzer Überlegung wäre es aber sinnvoller den „Anlagestil Aktien“ von Morningstar auch dazu zu verwenden. Als „fauler“ Investor hatte ich die Daten schon meinen Aktien zugeordnet und musste nur die Auswertung dazu umbauen.

Die Zuordnung läuft nun so für die Aktien:

  1. Angriff – Offensive: Growth
  2. Mittelfeld: Blend
  3. Verteidigung: Value

Ohne jetzt für die restlichen Depotpositionen zu komplex zu bauen würde ich die Fonds und ETFs als Tormänner einsetzen. Mit Liquidität ist der dringen notwendige Ersatz-Tormann, und das volatiler Gold und Bitcoin sind die Ersatzspieler.

Kleines Zwischenthema zu Bitcoin – mein Sparplan, mit bisher 1.000 EUR Investment ist wieder in den grünen Bereich gewandert. Die Sparraten erfolgen immer am 1. des Monats, der nächste somit Anfang September:

Das Ergebnis ist, wie befürchtet dass ich nur mit 3,6% meiner Aktien mit Angriff spiele:

MorningstarDepotin %Investment
Large-Growth15.515,853,3 %8.929,3173,76 %
Mid-Growth1.400,000,3 %1.406,750,00 %
Small-Growth0,000,0 %0,000,00 %
Growth16.915,853,6 %10.336,0663,66 %
Large-Blend144.678,5730,5 %134.723,017,39 %
Mid-Blend14.241,953,0 %13.269,257,33 %
Small-Blend3.935,410,8 %5.015,26-21,53 %
Blend162.855,9334,4 %153.007,526,44 %
Large-Value254.690,6153,7 %259.187,63-1,74 %
Mid-Value30.469,986,4 %29.221,184,27 %
Small-Value9.152,931,9 %8.560,266,92 %
Value294.313,5262,1 %296.969,07-0,89 %
474.085,29100,0 %460.312,652,99 %

Eigentlich ist es eine Bestätigung – Blend und Value bringen eben mehr Einkommen aber Growth in den letzten Jahren die bessere Kursentwicklung 🥲

Das ist jetzt nicht eine tolle Überraschung aber welche Unternehmen sind nun Growth:

ISINStückNameKurswertAnteilMorningstar
DE000716460020SAP2.416,800,36 %Large-Growth
DK006044859510COLOPLAST1.549,000,23 %Large-Growth
DK0060534915100NOVO NORDISK7.806,001,17 %Large-Growth
FR00001203215L’OREAL1.929,000,29 %Large-Growth
US03783310055APPLE614,580,09 %Large-Growth
US59491810455MICROSOFT1.200,470,18 %Large-Growth
DE000707400720KWS SAAT1.400,000,21 %Mid-Growth
16.915,852,53 %

Der Kurswert passt. 3,6% ist die Gewichtung der Einzelaktien und vom gesamten Depotwert sind die Angreifer/Growth sogar nur 2,53%.

Fazit: Das Ergebnis zeigt mir langfristig mehr Growth in das Portfolio zu packen. Zum aktuellen Zeitpunkt bleibt aber das Einkommen aus Blend und Value wichtiger. Mein Milchmädchen darf sich in den Kalender etwas notieren:

  1. Die laufende Depotumstellung abwarten
  2. Den Jahresabschluss positiv abschließen
  3. Die Steuererklärung für 2021 checken und
  4. Für 2022 die zusätzlichen Brokerspesen auswerten
  5. 2022 den Jahresabschluss bewerten
  6. Erst die Einkommensteuererkärung für 2022 wird ein Ergebnis bringen!

Bis Frühling 2023 kann ich das Thema „Investieren in Growth“ einmal im Hinterkopf behalten. Wenn ich dann Ergebnisse positiv bewerten kann werde ich in die o.g. Unternehmen nachkaufen oder neue Growth-Unternehmen in mein Betriebsvermögen einbauen. Realisierte Gewinne laufen aktuell in Sparpläne – eventuell werde ich da mittelfristig umstellen.

Nun hat es zu regnen aufgehört und die Sonne setzt sich durch ☀️

Ich wünsche Euch eine erfolgreiche Woche und

Viele Grüße

Bergfahrten

6 Kommentare zu „Morningstar Style Box für Angriff, Mittelfeld und Verteidigung überarbeitet 🤔

  1. Hi Christian,
    zum einen würde ich viele der als Growth aufgelisteten Werte (eigentlich fast alle) als Large Caps werten. Eine Microsoft ist jetzt in den letzten knapp 10 Jahren durch die Decke gegangen mit fast 40 % p.a. Kurzzuwachs (wohl dem der dabei war – Bill Gates z.B.). Das Unternehmen ist aber in ein paar Jahren 50 Jahre alt und ist eines der größten und erfolgreichsten der Welt – für mich Value durch und durch: Kurs steigt, Dividende steigt – mMn das Beste, was es an der Börse gibt.
    Auf der anderen Seite verstehe ich nicht so ganz, warum die Midcaps zu den Valuewerten und damit zur Verteidigung gehören. Sie sind eher volatiler und gefährdeter als die Largecaps.

    VG Felix

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo Felix,

    ja, die meinen 7 Growth Aktien sind 6 Large-Growth nach der Einstufung von Morningstar und in meiner Liste. Ich nehme an Morningstar gehen von der vergangenen, aktuellen und zu erwartenden Zukunft von z.B. Microsoft aus. Das wäre definitiv Large für das Große Unternehmen und Growth für Wachstum. Eine Dividendenrendite von 0,7% ist nett aber kein Dividendeneinkommen. Ausser man investiert ein paar Mio EUR 😉

    Deine Frage mit den Midcaps verstehe ich nicht ganz. In dem Link zum Beitrag von Mai 2020 ist das Morningstar System mit den Würfel und 9 Feldern erklärt. Insgesamt habe ich auch diese 3 x 3 Felder übernommen. Ein Unternehmen von Mid (mittlerer Größe) hat somit wieder drei Möglichkeiten nach Growth, Blend und Value.

    Wie ich geschrieben habe, ich wollte und will nicht jedes Unternehmen selbst bewerten wenn Morningstar das schon für mich plausibel erledigt hat.

    Viele Grüße
    Christian

    Gefällt mir

  3. Hallo Christian,
    ich glaube, das Missverständnis bez. der Midcaps besteht darin, dass Du in der Zuordnung in Deinem Beitrag das Mittelfeld mit „Mid“ gleichsetzt. Ich nehme an, Du wolltest hier statt „Mid“ „Blend“ schreiben.
    BG, Matthias

    Gefällt 1 Person

  4. Hallo Matthias,

    Danke für den Hinweis!
    Das stimmt, ich habe jetzt zwei mal „Mid“ durch „Blend“ ersetzt. Bin da wohl im Mittelfeld etwas durcheinander gekommen 😅
    Ab jetzt ist der Fehler korrigiert und sollte passen.

    Beste Grüße,
    Christian

    Gefällt mir

  5. Hallo Christian,

    eine interessante Art der Analyse. Ich sehe sowas allerdings etwas kritisch, da man bei diesen eher allgemeinen Thesen nicht unbedingt die exakten Rückschlüsse auf das eigene Portfolio und vor allem die eigene Strategie schließen darf.
    Du bist ein Investor, der bereits von seinem „passiven“ Einkommen lebt, daher sind für dich (aus meiner Sicht) andere Dinge stärker zu gewichten, als eine gemischte Strategie. Du hast ja bereits deine Depotgröße erreicht – im Fußball hättest du z.B. die Champions League gewonnen und die Trophäe in der Vitrine. Nun musst du keine neue Mannschaft mehr aufstellen, sondern benötigst eher Besucher, die beim Eingang Geld bezahlen, um die Trophäe zu begutachten und ein Putzteam, um nach Feierabend alles wieder zu säubern. Klar hinkt dieser Vergleich gewaltig, aber damit will ich lediglich sagen, dass du auf regelmäßige und planbare Dividendenzahler angewiesen bist.

    Oder übersehe ich hier irgendwas entscheidendes?

    Viele Grüße,
    MrTott

    Gefällt 1 Person

  6. Hallo MrTott,

    es stimmt dass ich mein Dividenden Einkommen mit meinen Ausgaben erreichen möchte. Aber ein Portfolio „nur“ auf Einkommen auszurichten wäre aus meiner Sicht
    1. ein Fehler für die Performance und
    2. einseitig und persönlich langweilig.

    Ein netter Vergleich – aber ein Putzteam um den Staub von meiner Trophäe abzuwischen wäre mir Ziellos. Dann könnte ich genauso gut Alles mit Gewinn verkaufen und monatlich halt den notwendigen Betrag wegnehmen. 660 TEUR / 1,5 TEUR monatlich sind 440 Monate oder 36,67 Jahre. Das ginge sich also bis rd. 93 aus. Warren Buffett ist knapp über 90 und Charlie Munger ein paar Jahre älter.

    In der Seite https://bergfahrten.com/depotentwicklung-1995-bis-jetzt/ habe ich mal einen Forecast bist 2030 gemacht. Wenn es mir weiter Spaß macht hänge ich dann noch ein paar Jahre dran.

    Ich hoffe dir zu vermitteln was du entscheidendes übersehen hast.

    Viele Grüße
    Bergfahrten

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.