Liquidität im Portfolio, für mich persönlich ist es die schwierigste Anlageklasse 🤔

Im Titel habe ich bereits das Wort persönlich verwendet – es bedarf der eigenen Situation, dem Sicherheitsbedürfnis, der Investmentstrategie und wohl noch vielen weiteren Faktoren wie man mit seinem „Geld oder Cash“ umgeht.

Über den Punkt „Notgroschen“ würde ich nicht diskutieren – das ist eine Basis der finanziellen Sicherheit und gehört wie ein positives Girokonto zu den Basics des täglichen Lebens.

Aber Liquidität ist für mich ein Teil der Investments und habe es als Anlageklasse definiert. Das ist einfach Cash das bereits in das Portfolio gewandert ist weil es nicht mehr zum Alltag oder für größere Anschaffungen mittel- oder längerfristig nicht benötigt wird.

Wie immer mache ich hier keine wissenschaftliche Studie über das Thema, ich schreibe einfach nur mal den Status quo auf weil es für mich etwas schwammig ist. In meiner Anspar-Phase bis 2017 war es überhaupt kein Thema. Mit einem regelmäßigen Einkommen wurde 100% sofort in Wertpapiere angelegt. Manchmal sogar etwas mehr und es gab Vorgriffe auf Urlaubs- oder Weihnachtsgeld.

Nun habe ich mehr Zeit und beschäftige mich intensiver um mein Portfolio. Liquidität wird immer dann ein Thema wenn es Kurskorrekturen, wie diese Woche gibt und ich nach meiner Meinung zu wenig Möglichkeiten für z.B. Aktienkäufe habe. In diesen Situationen möchte ich aber auch nicht verkaufen und umschichten, die Situation ist einfach ein HOLD. Kein Fehler, aber auch mögliche Chancen nicht genutzt…

Homer und ich machen es richtig – man bleibt ruhig, vermeidet SELL oder sonstige AKTIVITÄTEN und wartet bis Mr. Market sich wieder beruhigt oder seine Stimmung ändert. Letzteres passiert ja kurzfristig und häufig genug 😎

Nach der Einleitung zu den Fakten. Die aktuellen Anlageklassen inkl. Liquidität von 1,4%

AnlageklasseDepotZielAbw.Start
Aktie480.540,0774,3 %75,0 %-0,7 %1995
Anleihe43.200,436,7 %5,0 %1,7 %2013
Crowd62.988,249,7 %5,0 %4,7 %2016
Immobilien32.438,295,0 %5,0 %0,0 %1988
Rohstoffe18.204,752,8 %5,0 %-2,2 %2018
Liquidität9.333,131,4 %5,0 %-3,6 %1980
Wertpapiere646.704,91100,0 %100,0 %

Mit dem Ziel von 5% sieht man schon die Abweichung und warum mich der Schuh etwas drückt. Ich würde mir jetzt AT&T nachkaufen aber für entscheidende Positionen fehlt die Liquidität.

Was ist meine Liquidität im Detail…

ISINStückNameKurswertAnteil
AT BITCOIN0,0155BITPANDA BITCOIN567,820,09 %
AT DEPOT1-55VERRECHNUNGSKONTEN1.834,350,28 %
AT BAUSPAREN1BAUSPAREN 2018-20244.154,000,64 %
AT SPARBOX EUR1INVESTING BOX EUR2.100,000,32 %
AT WÄHRUNGEN1PAYPAL KONTO351,060,05 %
9.007,231,39 %

Die kleine Differenz liegt in einem Mix-Fonds der auch Liquidität hält, aber nur durch einen Verkauf verfügbar wäre, das müsste ich mal korrigieren. Also bleiben rd. 9 TEUR, davon jedoch auch nicht für Chancen offen…

  1. Der Bitcoin ist natürlich sehr volatil
  2. Der Bausparer ist für meinen Aufbau super – aber bis 2024 gebunden und
  3. Die Investingbox ist die Sparbüchse für meinen kommenden Goldkauf mit rd. 1,6 TEUR im September

Genau genommen sind von den 9 TEUR somit fast nix an Liquidität für mögliche Aktienchancen vorhanden. Als Konsequenz müsste ich auf den Verrechnungskonten meiner Depots Cash aufbauen oder eine geeignete Alternative suchen. Eine Möglichkeit wären sichere Staatsanleihen z.B. als ETF, dafür müsste man jedoch auch Spesen für Kauf / Verkauf berücksichtigen und sollte wohl kein Währungsrisiko in USD besitzen.

Alternative Vorschläge betreffend Liquidität bitte einfach einen Kommentar absetzen, diese sind hier herzlich willkommen 👍

Klartext ist, ich habe aktuell wenig bis keinen Puffer für den Aufbau von Liquidität! Dazu erschwert kommen diverse Sparpläne und eine buy and hold Strategie! Für 2020 wollte ich bereits konsolidieren, da ist mir Corona und gekürzte Dividenden dazwischen gekommen. Nun versuche ich es 2021.

Fazit zum Thema Liquidität: Die 5% sind ein langfristiges Ziel! Bei den Verrechnungskonto habe ich schwankend 1-2 TEUR liegen, davon 1 TEUR bewusst und den Rest weil ich die Dividenden mit gewissen Beträgen in das Girokonto transferiere. Ich sollte meine Gedanken mittelfristig für das Thema nicht verschwenden. Sollte ein größerer Wertpapierverkauf anfallen wäre es eine Möglichkeit 1/4 bis 1/3 auf dem Verrechnungskonto zu parken.

Der Fokus ist und bleibt die Steuerung meiner Dividenden und Ausgaben! Ersteres wurde diese Woche die 7 TEUR netto Marke für 2021 geschafft und 2020 vor Monatsende übertroffen. Dieser Weg läuft heuer also zufriedenstellend ✓

JanFebMrzAprMai
Monat1.013,831.383,982.079,611.464,901.891,73
20191.013,832.397,814.477,425.942,327.834,05
Monat788,591.370,032.450,601.243,331.243,73
2020788,592.158,634.609,225.852,557.096,28
Monat1.143,861.325,182.079,401.697,94929,93
20211.143,862.469,054.548,456.246,397.176,32

In Twitter habe ich diese Woche ein cooles Bild von einem der besten Investoren der Welt gefunden, passt auch zu Homer und mir 😂

Die Sonnenbrille also nicht vergessen und eine erfolgreiche verbleibende Woche ☀️

Viele Grüße

Bergfahrten

9 Kommentare zu „Liquidität im Portfolio, für mich persönlich ist es die schwierigste Anlageklasse 🤔

  1. Guten Morgen Christian,
    der Gedanke über die Liquidität im Portfolio umtreibt mich auch immer wieder von Zeit zu Zeit. Es sind keine großen Gedanken, aber sie kommen mal mehr und mal weniger.
    Wie Du auch gibt es bei mir beim Thema Notgroschen ganz klar die Regel -> Finger weg.

    Aktuell liegt meine Liquidität auf einem gesonderten Tagesgeldkonto, und verdient oder erarbeitet dementsprechend kein Geld. Kurz zur Erklärung warum auf dem Tagesgeld und nicht auf dem Verrechnungskonto bei meinem Broker.

    Hier ist es bei mir so, das ich Geld auf dem VR-Konto liegen lassen kann in Höhe von 5% des Depotwertes. Der Teil ist dann auch vor Negativzinsen oder sonstigen Gebühren befreit. Bei meiner Depotgröße ist das noch überschaubar. Daher habe ich mich für die Tagesgeld Variante entschieden.

    Nachdem ich nun Deinen Beitrag gelesen habe, stellt sich halt auch die Frage, ob Liquidität im Depot unbedingt Geld erarbeiten muss, oder ob man es als „Notgroschen“ für das Depot sehen soll, für Nachkäufe.

    Bevor ich mich für das Tagesgeldkonto entschieden habe, lag die Liquidität bei Bondora Go&Grow, hat auch sehr gut geklappt, und auch die Auszahlung letztes Jahr im Februar war Problemlos. Mein Ausstieg dort war also nicht wegen Problemen, sondern da ich nicht Abschätzen konnte, was passiert wenn im Rahmen vom Corona Absturz, plötzlich jeder an sein Geld bei Bondora möchte. Mir war das zu Unsicher, dementsprechend bin ich dann raus.

    Du solltest die Bitcoin Position vielleicht auch nicht als Liquidität sehen. Dein Sparplan auf Bitcoin, läuft ja erst seid kurzem, und die Haltefrist, damit Gewinne Steuerfrei sind, beträgt ein Jahr nach Kauf, auch in Österreich. Und Aktuell wäre der Verkauf ja auch ein Schlechtes Geschäft ;-).

    Ich habe mir auch immer die Regel auferlegt, das kein Geld von Aktien&ETFs in Kryptowährungen umgeschichtet wird. Umgekehrt, sofern Coins bereits die Haltefrist erreicht haben, aber schon. Vielleicht auch ein kleiner Denkanstoß für Dich.

    Aus Deinem Beitrag, konnte auch ich wieder viel mitnehmen, und schade das ich Dir keine wirklich Antwort auf Deine Frage geben konnte. Aber vielleicht kannst Du ja doch was aus meinem Kommentar mitnehmen.

    Jedenfalls Dir, bereits jetzt für morgen einen Guten Start ins Wochenende !

    Gruß
    Roger

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo Roger,

    Danke für deine Überlegungen! Ein getrenntes Tagesgeldkonto ist sicher die flexibelste, sicherste und am besten verfügbare Lösung!

    Fehlende Rendite kann ich genauso wie zu meinem Bausparvertrag ausblenden.

    Du hast Recht, der Gedanke mit der Liquidität kommt immer wenn man z.B. eine Aktie kaufen will und das Geld dazu fehlt. Natürlich folgt das eine zu dem anderen. Hätte ich z.B. 5 TEUR gehabt, hätte ich z.B. AT&T bei der Korrektur nachgekauft, wäre meine Liquidität damit auch wieder weg 🥲

    Das mit Bitcoin lasse ich mal heuer laufen und überlege mir dann ob es „relevant bleibt“ und wohin es als Anlageklasse besser passt!

    Das mit P2P hatte ich auch so, bin wie du bei Bondora ausgestiegen und warte auf fehlende Kredite bei Mintos. Wenn da nix mehr kommt beides eine „schwarze“ Null. Sehe aber für mich keine Zukunft als Investment dort.

    Ich wünsche Dir auch ein gutes und angenehmes Wochenende ☀️

    Viele Grüße
    Christian

    Gefällt mir

  3. Ja, das Problem mit der Liquidät kenne ich nur zu gut. Fahre ja, wie du, auch Buy/Hold/check, obendrein noch geplante Ausgaben dieses Jahr. Kleinere Aktienzukäufe mache ich noch trotzdem im Bereich von 100 bis 500 Euro. Aber selbst das kann ich nicht jeden Monat machen.

    Du bist nicht alleine 😉

    Gefällt 1 Person

  4. Danke, ja vielen geht es wohl ähnlich damit. Die Liquidität ist nun mal eher weg als die Ideen der Investments.

    Vielleicht werde ich ab 2024 mal keine Sparpläne mehr machen – damit wäre diese „Fix-Investment-Anspar-Phase“ beendet. Aber bis dahin eiere ich wohl herum und suche dafür den Stein der Weisen 😉

    Gefällt mir

  5. Hallo Christian,

    Vielen Dank für Deinen interessanten Blog!

    Vielleicht die 80/20 Regel:

    Wenn ich mir Dein Portfolio ansehe, dann machen ca. die ersten 50-60 Wertpapiere 80% des Portfoliowertes aus. Die restlichen 20% sind sehr sehr sehr … viele kleine und kleinste Positionen. Man könnte eventuell (grössere Teile) dieser letzten 20% verkaufen, 15% davon re-investierst Du (als Sparplan) in 3 bis 5 schöne Dividendentitel (eventuell in bestehende Positionen sogar) und 5% gehen direkt auf ein Tagesgeldkonto als Notgroschen für eventuelle Unwägbarkeiten wie Renovation, Auto, Krankheit etc. Du hättest dann einen schönen Notgroschen von etwas mehr als ca. EUR 30,000 plus Dein Depot massivst vereinfacht und vielleicht sogar zusätzlich ein höheres jährliches Einkommen generiert. ;o)

    Viele Grüsse,

    Marc

    Gefällt 1 Person

  6. Hallo Marc,

    Ja, das wäre natürlich ein sinnvoller und auch umsetzbarer Vorschlag!

    Betreffend Notgroschen – ich halte ca. 1 Jahreskosten extra ohne Berücksichtigung meines Portfolios. Aktuell ca. 3-5 TEUR am Giro- und 10 TEUR auf einem Tagesgeld Konto, für die Themen die du oben genannt hast.

    Also Liquidität ist extra und schon für zukünftige Investments vorgesehen. Dein Variante ist halt ein grober Schnitt, wofür ich wohl zu wenig flexibel bin. Behalte ich etwas oder baue es weiter auf oder verkaufe es? Ist wohl eine Schwäche von mir.

    Trotzdem gute Idee!!! Ähnlich ist mein Gedanke ab den nächsten Verkäufen einen Teil in der Liquidität zu belassen, eben bis 5% liegen. Und dann schwanke ich halt zwischen 5-10% für Chancen bei Aktienkäufen. Auch könnten Anleihen, 10 TEUR laufen in 2023 aus und der Bausparvertrag 1:1 dort rüber wandern.

    Ich bin auch überzeugt, wenn ich 5% in Liquidität halte komme ich auch mit meinen Finanzen aus. Denke aber dass der längere Zeitraum mit z.B. 2024 besser ist weil mit der Schreck von den Dividendenkürzungen 2020 nochmals in den Knochen steckt. Werde also sicher 2021 abwarten und dann weitere Schritte dorthin machen.

    Vielen Dank für die Möglichkeit und beste Grüße
    Christian

    Gefällt mir

  7. Hallo Christian,
    mein Ausweg aus der „Misere, die keine ist“ besteht darin, möglichst regelmäßig Cashflow aus dem Depot zu generieren. „Leider“ – eigentlich – gottlob – habe ich immer mehr Ideen, als cash. Die Chancen kommen regelmäßig wieder – ich glaube Kostolany hat den Vergleich mit der Straßenbahn gebracht – mein Ansatz: regelmäßige Dividenden generieren regelmäßgen cashflow, den man zum regelmäßigen Ergreifen der vielen Chancen nutzen kann. Ich spanne gerne alle Pferde vor – oder setze gern alle Segel — weil mir lieber ist, wenn meine Mäuse am arbeiten sind.
    Servus&Danke für Deine immer interssanten Beiträge!

    Gefällt 1 Person

  8. Hallo Leo,

    ja, du hast da die positive Seite der Medaille genannt – besser voll investiert und die Kurssteigerungen mitnehmen! Andere sehen halt jetzt Aktien verhältnismäßig teuer wenn man die KGVs und Dividendenrenditen sieht. Nur solche Korrekturen wie Corona März / April 2020 kommen irgendwann wieder.

    Irgendwie ärgert es mich dass ich dazu keine „Strategie“ festgelegt habe. 5% wären auch schon mal 30 TEUR wo man dann mal im Sonderangebot einkaufen möchte.

    Aber dein Vergleich ist natürlich passend! Danke auch für dein Lob!

    Schönes Wochenende und einen angenehmen Feiertag am Montag, falls möglich,
    Christian

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.