Top 3 und Flop 3 im Bergfahrten Depot August 2020

Hallo Zusammen,

eigentlich schaue ich mir als langfristiger Investor die Kursschwankungen meiner Unternehmensbeteiligungen selten detailliert an. Oder anders gesagt, ich erfasse monatlich die Kurse in mein Depot um einen Bericht oder Vergleich mit der Vergangenheit zu sehen. Erst wenn ich wieder neu investieren oder nachkaufen möchte analysiere ich auch meine Einzelpositionen.

Aber in meinem letzten Monatsbericht war etwas anders. Mir ist aufgefallen dass erstmals eine große Depotportionen nun fünfstellige Kursgewinn hatte. Dem gegenüber stehen leider auch die entsprechenden Verlust-Investments.

Also habe ich mir mal die drei Top und Flop Investments ausgewertet und aber auch versucht mir ein paar Gedanken dazu zu machen. Zuerst mal die Schmerzen und dann die Freude 😉

Flop 3 vom 31. August 2020

StückNameAnteilInvestitionWertG/V in %G/V in EUR
1.000GENERAL ELECTRIC0,90 %17.338,295.311,65-69,36 %-12.026,64
800ROYAL DUTCH SHELL1,69 %21.045,6610.000,00-52,48 %-11.045,66
1.000ENI1,32 %16.720,397.805,00-53,32 %-8.915,39

Also einmal US-Industrie und zwei mal Öl-Branche aus Europa. GE hatte wirklich schon mal bessere Zeiten gesehen. Die standen bereits vor der aktuellen Krise mit den Flugzeugen auch schon wirtschaftlich schlecht da.

Öl-Aktien leiden aktuell auch weil die E-Mobilität medial und politisch im Hype sind. Generell glaube ich langfristig einen Umschwung, wobei ich mir überlegen werde ob ich aus RDS und ENI nicht nur eine europäische Ölaktie im Depot reicht.

Top 3 vom 31. August 2020

StückNameAnteilInvestitionWertG/V in %G/V in EUR
250PROCTER & GAMBLE4,89 %18.468,1928.920,0056,59 %10.451,81
100ROCHE HOLDING4,95 %20.336,2229.302,0244,09 %8.965,80
11FEINGOLD in UNZEN3,07 %12.055,5018.182,0050,82 %6.126,50

Die sehr soliden Sachen könnte man einfach zusammenfassen. P&G und ROCHE kratzen an meiner 5% Schwelle und die Unze Feingold wird heute für den 2020er Sparplan auf 12 Stück erhöht.

Prozentuell wären natürlich eine Microsoft höher positioniert – aber dazu fehlt eben die entsprechende Gewichtung. Schade!

Heuer möchte ich noch meine Fonds von 4 auf 3 reduzieren. Dann sollten nach dem Verkauf des DWS Top Dividende rd. 10 TEUR neu investiert werden. Bis dahin kann ich noch überlegen ob ich eher in Liquidität bleibe oder in Aktien oder ETFs / Fonds investiere. Nach den Anlageklassen fallen Anleihen oder Crowd aus. Und Mr. Market spricht wohl auch noch ein Wort mit.

AnlageklasseDepotZielAbw.Start
Aktie411.696,8073,6 %75,0 %-1,4 %1995
Anleihe44.926,348,0 %5,0 %3,0 %2013
Crowd75.876,5713,6 %10,0 %3,6 %2016
Rohstoffe18.546,713,3 %5,0 %-1,7 %2018
Liquidität8.177,131,5 %5,0 %-3,5 %1980
Wertpapiere559.223,54100,0 %100,0 %

Aktuell ist die 3M Dividenden gutgeschrieben worden und spannend bleibt ob ENI dieses Monat Überhaupte eine halbjährliche Dividende auszahlen wird. Es bleibt ein spannender September 🙂

Euch viel Erfolg und herbstliche Grüße

Bergfahrten

6 Kommentare zu „Top 3 und Flop 3 im Bergfahrten Depot August 2020

  1. Also prozentual gesehen kann ich deinen -69% bei GE meine -99% bei Wirecard entgegenhalten 🙈😂
    Betrugsfälle wie bei Wirecard sollten aber eine Ausnahme darstellen, die zwar vorkommen, aber nicht die Regel sind. Zudem hat es mir gezeigt, wie wichtig eine ausreichende Diversifikation ist. Wirecard ist bei mir zwar ein Totalverlust, auf der anderen Seite machten sie nur 3-4% meines Depotwertes aus, bezogen auf den Einkaufswert. Aus dieser Sicht ist der Verlust dann verkraftbarer in meinen Augen.

    In absoluten Zahlen ist ein Kursverlust von 12.000€ wie bei GE schon enorm, wenn man sich überlegt was man für das Geld bekommt.
    Auf der anderen Seite kommt es immer auf die Relation vom Depotwert an.
    12.000€ Buchverlust bei einem 20.000€ Depot ist schmerzhaft.
    Derselbe Buchverlust bei einem 200.000€ Depot ist prozentual gesehen besser zu verkraften.

    LG Michel

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  2. Bei der Aktie von Shell kann ich mitfühlen, ich habe ebenfalls 800 Stk. im Depot.
    Aber einen guten Teil davon im „Corona März“ bei Kursen um 12 EUR nachgekauft. So liegt meine Position insgesamt „nur“ 30% im Minus. Ich halte aber an der Aktie fest. Öl wird ja nicht nur für Autos verbraucht (ich leihe mir selbst zeitweise ein E-Auto über Car-Sharing). Ein großer Teil geht in die Kunststoffproduktion, Strassenbau, sogar für die Arznei- und Pharmaproduktion wird Öl benötigt.
    Und dann versucht Shell im Wasserstoffgeschäft Fuss zu fassen und baut an der größten Anlage in Europa mit. Also das Management ist da durchaus kreativ und versucht seine Brötchen zu verdienen.
    Die Dividendenkürzung um 66% war natürlich der Hammer (nach 45 Jahren!). Aber der Ölpreis wird sich wieder aufraffen und damit auch die Gewinne/Dividende. Und dann wird auch der Kurs wieder zulegen. Also dranbleiben…

    Grüße vom See
    SeePaddler

    Gefällt 1 Person

  3. Hallo Michel,

    Ja, die Diversifikation hat zwei Seiten. Es reduziert Risiko und man hat mehr Chancen im Depot. Aber eben auch das eine oder andere Problem. Es stimmt aktuell liegt ein Buchverlust von 12 TEUR bei GE aber Börsenkurse schwanken nun mal. Also hoffe ich mal auf gute Nachrichten wenn das Corona Thema weg ist.

    Liebe Grüße
    Christian / Bergfahrten

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  4. Hallo SeePaddler,

    Glückwunsch für deine Nachkäufe bei 12 und bei RDS / Shell sehe ich das auch so. Nur eine Frage der Zeit wenn mal z.B. die Flieger wieder unterwegs sind und der Ölpreis mal anzieht. Und die Resource Öl ist nun mal begrenzt vorhanden. Mal sehen wann die Medien auf diesen Zug aufspringen – aktuell ist Tech der Hype (Tesla, Nikola etc.).
    Wie du sagst, dranbleiben und „kleinere“ Dividenden kassieren.

    Viele Grüße vom Wein
    Bergfahrten

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  5. Hallo Christian,

    die -12026 EUR bei GE sehen natürlich erstmal brutal aus, aber seit wann hast Du GE im Depot und wieviele Quartalsdividenden hast Du bisher bekommen? Du musst natürlich für die vollständige Rechnung die Kaufgebühren abziehen und sämtliche Dividenden hinzurechnen. Das dürfte den Verlust insgesamt verringern.
    Da ich 2007/2008 mit meinen Investments in Lloyds, RBS, Barclays und Alliance & Leicester „auf die Fresse bekommen habe“ (Sorry für die drastische Ausdrucksweise) und ähnliche Verluste erlitten habe, hab ich meinen Anlagestil überarbeitet.
    1. Breite Streuung: Man muss nicht mit dem Anfangsinvestment über 10.000 EUR in eine Position investieren. Dann kann man auch nicht mehr als 10.000EUR verlieren. Man kann aber 40.000 EUR Gewinn machen, wenn sich eine Aktie vervielfacht, s. Eckert & Zieglier, s. Sartorius.
    2. Man kann sich sein Depot zusammenstellen wie einen Fonds. Z.B. bei 200TEUR Investment 20 Positionen zu je 10TEUR oder bei 600TEUR 60 Positionen zu je 10TEUR.
    3. Wenn eine Aktie sich gut entwickelt, also verdoppelt oder verfünffacht und dann z.B. mit 50TEUR der Ausreißer nach oben ist: Gewinne laufen lassen! Gewinne brutal laufen lassen, auch gerne 15-20 Jahre!!
    4. Egal ob 20 oder 60 Positionen, jede muss gründlich recherchiert werden!
    5. Bei Vermögenszuwachs: Neue Positionen aufmachen. Ein Depot mit 70 Positionen ist sicherer, als eines mit 60 Positionen.
    6. Meine Theorie ist, wenn man ein Depot mit 40,50, oder 70 Positionen etliche Jahre liegen lässt, sind nach 10 Jahren einige Werte 10, 20 oder auch 200% im Plus. Dann braucht man gar nicht soviel Cash. Mehrere Positionen mit 20-200% im Plus sind eigentlich Cash und Liquidität.
    7. Bei den Aktien, die im Minus sind lohnt sich m.E. das Halten. Der Ölpreis kommt wieder. Es gibt in Deutschland immer noch 55 Mio. Autos mit Verbrennungsmotor und max 500.000 E-Autos. Das ändert sich langsamer als der Ölpreis wieder steigt. GE dümpelt seit 2 Jahren am Boden. Geschäftsberichte lesen, bis wann welche Sanierungserfolge vom CEO versprochen werden.
    8. Nerven bewahren.

    Gefällt 1 Person

  6. Hallo Christian,

    Danke für deine Tipps und deine Punkte stimmen schon! Leider bin ich nicht zu konsequent und habe die Depotpositionen gleich hoch – und somit sind manche mit 20 TEUR Investmentwert trotz dem hohen Depotwert etwas Übergewicht.

    Betreffend GE, ich kann natürlich noch 641 EUR ab Dividenden positiv berücksichtigen. Meine Erste Position ist aus 2015 und 2017 habe ich „billiger“ nachgekauft. Aber die US-Industrie ist nicht tot – aber sie haben einige Probleme!

    Aber ich sehe die ersten positiven Kursschwankung, z.B. diese Woche mal +10% an einem Tag. Die Nerven bewahren und Geduld beweisen wenn man dem Unternehmen die Chance der Erholung sieht ist das wichtigste.

    Habe auch schon mal mit einer TESCO die Nerven verloren – in den fallenden Kurs gekauft und dann als alle Medien nur „Amazon“ beschworen haben und die Supermärkte tot gesagt wurden verkauft. Natürlich erfolgte danach die Erholung und der Kursanstieg 😉

    Bei Öl warte ich auch bis nach Corona & Wirtschaftsflaute wieder Flieger und Autoverbrauch steigen. Wenn nicht 2021 dann halt 2022 👍

    Viele Grüße
    Christian / Bergfahrten

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